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Januar 2026

Software Asset Management im Fokus

Liebe Leserinnen und Leser,
herzlich willkommen zur ersten Ausgabe unseres Newsletters im neuen Jahr!
2025 starten wir mit einem Thema, das für alle Organisationen – unabhängig von Größe oder Branche – zunehmend erfolgskritisch wird: Software Asset Management (SAM).

Software ist heute das Rückgrat nahezu jeder Unternehmensfunktion. Gleichzeitig wachsen Komplexität, Lizenzierungsmodelle und Compliance-Risiken. In diesem Newsletter beleuchten wir, warum ein professionelles Lizenzmanagement unverzichtbar ist, welche Fallstricke in der Praxis auftreten und wie Organisationen wirtschaftlich und rechtssicher bleiben können.

1. Warum Lizenzmanagement unabdingbar ist

IT als geschäftskritischer Faktor

Die Digitalisierung schreitet voran – in vielen Organisationen existiert kaum noch ein Geschäftsprozess ohne softwarebasierte Unterstützung. Von Collaboration-Tools über ERP-Systeme bis hin zu spezialisierten Fachanwendungen:
Software ist nicht mehr Beiwerk, sondern Basis des operativen Handelns.

Gleichzeitig steigt die Verantwortung:

  • steigende Kosten
  • größerer Verwaltungsaufwand
  • strengere Compliance- und Audit-Anforderungen
  • zunehmende Abhängigkeiten von Cloud-Anbietern

Ein strukturiertes SAM schafft Transparenz und reduziert Risiken.

 

2. Unterschiedliche Lizenzierungsformen – ein Dschungel für Organisationen

Softwareanbieter nutzen verschiedenste Lizenzierungsmetriken. Jede bringt eigene Compliance-Regeln und Fallstricke mit sich:

a) Per User

Einzelne namentlich benannte Nutzer*innen.

b) Per Device

Lizenz gilt je Endgerät – relevant in Produktionsumgebungen, Laboren, Schulen etc.

c) Concurrent Use

Mehrere Personen haben Zugriff, aber nur eine definierte Anzahl darf gleichzeitig arbeiten.

d) Pro Core / Pro Prozessor

Besonders relevant im Server- & Virtualisierungsumfeld (SQL-Server, Oracle, Middleware).

e) Pro Server / Pro Instanz

Lizenz gilt pro Installationsbasis, unabhängig von Nutzenden.

Wer diese Metriken nicht korrekt abbildet, riskiert Überlizenzierung, Unterlizenzierung oder empfindliche Audit-Nachzahlungen.

3. Unterschiedliche Beschaffungsarten

a) Kauf

Einmalige Anschaffung, oft kombinierbar mit Wartungsverträgen (Software Assurance).

b) Miete / Subscription

Zeitlich befristete Nutzung, inzwischen Standardmodell für Cloudprodukte.

c) Ratenkauf

Finanzierungslösung, bei der Eigentum später übergeht.

Die Beschaffungsart beeinflusst
Abschreibung
Weitergabe-/Veräußerungsrechte
Nutzungseinschränkungen
Audit-Risiken

4. Softwarenutzungsrechte – komplexer als oft angenommen

Nutzungsrechte unterscheiden sich je Produkt, Anbieter und Vertrag. Organisationen müssen genau wissen, was erlaubt ist – und was nicht.

a) Runtime-Bedingungen

Beispiel:
Ein Datenbankserver darf nur als „Runtime“ für ein bestimmtes CRM genutzt werden.
➡️ Missbrauch führt zu Lizenzverstößen.

b) Geografische Einschränkungen

  • Nutzung nur in Deutschland
  • nur in der EMEA-Zone
  • global erlaubt

c) Einschränkungen nach Einsatzart

  • Non-commercial use only
  • nur testweise
  • nur für interne Zwecke

d) Kein Weiterverkauf / keine Weitervermietung

Viele Lizenzen dürfen nicht übertragen werden – nicht einmal an verbundene Unternehmen.

e) Einschränkungen der Bereitstellung

  • Nutzung nur auf eigenen Geräten
  • lokale Installation
  • Nutzung in externen Cloud-Systemen ggf. untersagt

f) Reassignment-Regeln

Zuweisung zu Nutzer*innen oder Geräten darf oft nur alle X Tage geändert werden (z. B. 90-Tage-Regel bei Microsoft).

Diese Feinheiten entscheiden über Compliance oder Verstoß – deshalb ist Dokumentation essenziell.

5. Überblick behalten – auch wenn sich Regeln ändern

Lizenzbedingungen ändern sich während der Nutzungsdauer häufig:

  • neue Editionen
  • neue Lizenzmetrik
  • neue Nutzungsrechte
  • geänderte compliance-relevante Anforderungen

Ein professionelles SAM-System dokumentiert
Lizenzen
Zuordnungen
Installationen
Kosten
Verträge
Laufzeiten
Herstellerbedingungen

6. Zählen, Messen & Wiegen – regelmäßige Inventarisierung

Ein Kernelement im SAM ist das kontinuierliche Inventar:

Warum ist das wichtig?

  • Unused Software = unnötige Kosten
  • Übernutzung = rechtliches Risiko
  • Transparenz = Basis für Wirtschaftlichkeit und Sicherheit

Regelmäßiges Scanning und Abgleich zwischen

  • Installationen
  • Nutzenden
  • Lizenzen
    bildet die Grundlage für jeden Revisionsnachweis.

7. Prozesse als Fundament eines funktionierenden SAM

Organisatorische Prozesse stellen sicher, dass SAM nicht als Projekt, sondern als fortlaufender Unternehmensprozess funktioniert.

a) Beschaffungsprozess

Verknüpfung der Softwarelizenzierung mit

  • Recruiting
  • Offboarding
  • Budgetplanung
  • Genehmigungsabläufen

b) Bereitstellungsprozess

Sicherstellen, dass Nutzende Software korrekt, rechtskonform und dokumentiert erhalten.

c) Aktualisierungsprozess

Regelmäßige Updates bieten:

  • Sicherheit
  • neue Funktionen
  • Compliance mit Support-Ende-Regeln

d) Ausmusterungsprozess

  • Deinstallation
  • Entfernung aus Anlagenverzeichnis
  • ggf. Wiederverkauf (wenn erlaubt)
  • Dokumentation der Außerbetriebnahme

8. Veränderung der Nutzungsszenarien – neue Herausforderungen

Die digitale Arbeitswelt verändert sich rasant:

a) Migration in hybride Szenarien

Software wird nicht mehr ausschließlich On-Premise betrieben, sondern zunehmend in Cloud- oder Hybridmodellen.

b) Wechsel der Lizenzmetrik

Per-User-Modelle verdrängen Per-Device-Modelle, da Mitarbeitende

  • mobil arbeiten
  • mehrere Geräte nutzen
  • SaaS-Dienste benötigen

c) Neue Anforderungen der Mitarbeitenden

Benutzer erwarten heute

  • flexible Zugriffe
  • mobile Nutzung
  • intuitive Oberflächen
  • leistungsfähige Cloud-Integration

Dies führt zu neuen Lizenzmodellen, die sorgfältig in die SAM-Strategie eingebettet werden müssen.

Fazit – Ohne Software Asset Management geht es nicht mehr

Organisationen, die SAM professionell betreiben, profitieren von:

Kostenkontrolle
Rechtssicherheit & Auditfähigkeit
Minimierung von Sicherheitsrisiken
Transparenz über Softwarelandschaft
effizienteren Prozessen
optimaler Lizenznutzung

2025 wird das Jahr, in dem viele Unternehmen ihr SAM transformieren müssen – nicht nur aus ökonomischen, sondern aus betriebs- und datenschutzrechtlichen Gründen.

Wenn Sie Unterstützung beim Aufbau oder der Optimierung Ihres Lizenzmanagements benötigen, stehen wir Ihnen gern mit Fachwissen und praxiserprobten Methoden zur Seite.

Hier klicken, um einen unverbindlichen Beratungstermin zu buchen.

 

Mit prüfendem Blick und herzlichen Grüßen,

Ihr Team der Viehoff Consult.